Nell war zweieinhalb Wochen in Österreich und ist froh, wieder Zuhause zu sein. Sie überlegt, Gärtnerin zu werden, was in der Folge reichlich zur Sprache kommen wird.
Erstmal verteilt sie Butterkekse an die Pferde. Dann taucht Mikesch auf, der seine Windpocken gut überstanden hat und dem nun nur noch Mumps und Masern in seiner Sammlung fehlen. Der Fehler wurde ja schon im allgemeinen Thread besprochen.
Er ist auf einem Gestüt geboren, sagt Nell. War’s nicht früher ein Rennstall?
Sogleich entwickelt sich ein ernsthaftes Gespräch, die trächtige Jorinde ist zu unruhig, sinnieren über die Folgen vom Reaktorunfall in Tschernobyl.
Es sind noch 10 Ferientage übrig, Jörn fängt am Montag im Krankenhaus zu arbeiten an. Der Zivildienst ist zu Ende, er ist jetzt für ein halbes Jahr fest eingestellt. Und falls er im Herbst noch keinen Studienplatz bekommt, kann er bestimmt dort weiter arbeiten – bei dem Personalmangel, sagt er. Wieder so ein Thema, das heute aktueller denn je ist.
Nell unterhält sich mit Kirsty über eine mögliche Gärtnerkarriere, macht Zukunftspläne, will sich selbstständig zu machen und beheizbare Gewächshäuser haben. Ist das denn umweltfreundlich?
Nach einem Bad im Waldweiher geht es direkt wieder um die Gärtnerei. Matty schlägt vor, Land von Carmen zu pachten, weil sie weniger Land brauchen wird, wenn sie auf biologisch-organischen Anbau umstellt. Wann wird sie den Hof denn übernehmen? Und braucht sie dann wirklich weniger Land?
Maja soll bei dem Gespräch dabei sein, sagt aber keinen Ton.
Eine kurzfristige Anfrage für vier Ferienreiter mit Behinderungen. Es werden Zweifel geäußert, Skepsis („Behinderte Leute auf unseren großen, nervösen Stuten“), kurz wird das Thema gestreift, dass Veranstalter Menschen mit Behinderung ablehnen, weil sie befürchten, andere Gäste könnten abgeschreckt werden. Man findet das „total daneben, die denken immer nur ans Geld“ – Wieder so ein komplexes Thema, das ein paar Sätze mehr bräuchte.
Würde man das Hörspiel heute neu aufnehmen, müsste man ein paar Begriffe ersetzen, aber für die Zeit war das so normal und neutral.
Gemütliches Beisammensein am Abend, Nell macht erstmal den Weihnachtsmann und verteilt die aus Österreich mitgebrachten Geschenke. Helge ist dabei, darf aber kein Wort sagen, Maja und Roddy hatten wohl keine Zeit.
Und schon wieder redet Nell über ihre berufliche Zukunft. Carmen steigt sofort in die Planung ein, Mikesch und Gesine bremsen die beiden Übermütigen.
Anschließend redet man über dies & das, lauter tiefgehende Themen, die mehr Raum bräuchten: war es früher besser, gibt es ein Leben nach dem Tod, die Bibel und Sündenvergebung, Atommafia, New-Age-Bewegung… Es wird sich kritisch über den modernen Komfort geäußert und was man wohl wirklich bräuchte.
Es ist Samstag, Helge düst mit seinem Mofa in den Urlaub, wohin weiß keiner. Matty und Nell sinnieren über seine Vergangenheit und Heimunterbringung.
Reitschülerin Charly darf ein paar Sätze sagen, und, nachdem sie sich beim Ausmisten eingesaut hat, eine Hose von Nell ausleihen. Es passt nur die Latzhose, die Nell immer zur Stallarbeit anzieht – wie gut, dass die wohl gerade frisch gewaschen ist.
Jorindes Fohlen wird zu früh geboren und muss mit der Flasche gefüttert werden. Erst, weil es zu schwach ist, dann, weil Jorinde sich nicht kümmert. Sepp trennt seine Kälber von den Kühen und stellt sie unter Infrarotlicht „Weiß der Teufel, wer dem Bauern diesen Mist eingeredet hat“ – das Infrarotlicht oder die Trennung? Letzteres ist völlig normal in einem Milchviehbetrieb.
Nell latscht einfach ins Wohnhaus der Mobergs und in die Küche. Sie kocht die Milchflasche aus und geht „gleich zurück in den Stall“ – wohin denn sonst?
Samstagnachmittagstee im Kavaliershäusl: Nell und ihr Vater streiten über Nells berufliche Zukunft, Jörn und Kirsty unterstützen Nell, der Vater ist beleidigt, auch im Vier-Augen-Gespräch lassen sich die Unstimmigkeiten nicht ausräumen.
Die vier jungen Leute mit Behinderung sind da. Man unterhält sich über den Umgang, Till flitzt nervös umher, aber Mikesch meint, da er aus der Großstadt stammt, haben seine Eltern und Erzieher es geschafft, ihm Respekt vor Autos einzuflößen, da müsste er auch lernen können, mit Pferden umzugehen.
Das ist wieder so eine Vereinfachung, die mich stört. Nicht jeder, der in einer Großstadt lebt, lernt auch, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Und den Transfer von „Autos sind gefährlich“ zu „Pferde sind auch gefährlich“ bekommt auch nicht jeder hin. Gut finde ich, dass die Leute von Dreililien auch mal Bedenken haben dürfen.
Bei den Reitstunden muss für jeden Einzelnen eine Begleitung da sein, auch gibt es keine richtige Reitstunde, sondern nur eine halbe Stunde geführt werden. Da hätte man auch mal ein paar Sätze opfern können: Wie gut, dass Schulferien sind (sonst hätten Nell und Matty weniger Zeit) und wie gut, dass keine anderen Ferienreiter da sind, da wären sonst die verschiedenen Bedürfnisse der verschiedenen Menschen kollidiert. Etwas, das heute mit dem Inklusionsgedanken noch aktueller ist als damals.
Nell schließt, wie schön es ist, mit Menschen mit Behinderung so gut klar zu kommen: „Auch solche Erfahrungen bringen einen einfach weiter.“
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Die Folge gefällt mir ganz gut, allerdings nervt Nell mit ihren Gärtnerplänen (vorher hat sie sich kein Stück für Pflanzen interessiert) und es ist einfach insgesamt wieder so viel an Themen in die Folge gestopft, da wäre weniger besser gewesen.