Achtung, Spoiler!
Die drei Ausrufezeichen - Falle im alten Kino (095)
Auf diese Folge fiebere ich schon lange hin. Der Titel hört sich absolut traumhaft an, so schön atmosphärisch und geheimnisvoll. Das Cover spiegelt das wieder. Dieses intensive Rot, die vielen dunklen Schatten und Kim, Franzi und Marie mittendrin… Das ist eines der schönsten Cover der gesamten Serie. Der Klappentext erinnert sofort an klassische Die drei Fragezeichen-Folgen mit dem alten Gebäude, den flackernden Lichtern und der Frau. Wenn das bei den Mädels nur halb so gut umgesetzt wird, bin ich zufrieden.
Der Anfang fällt sofort sehr positiv auf, weil Marie nach einer kleinen Yoga-Session zum Frühstück geht und ihr Vater das alte Kino ins Spiel bringt. Das ist nicht nur sehr, sehr gemütlich, sondern auch eine gelungene Überleitung zum neuen Fall. Diese kurzen Sprachnachrichten von Marie und Holger wirken allerdings ziemlich aufgesetzt. Die Fragerei vor dem Kino finde ich okay, weil Kim einen Artikel schreibt, ansonsten wäre es mir zu gewollt. Die Ausführungen von Nico finde ich auch ganz interessant.
Nach diesen beiden Szenen erzählt dann jedoch der Dritte eine Geschichte, das ist ein bisschen zu viel des Guten. Der kleinere Zwischenfall mit dem Bauunternehmer sorgt für etwas Spannung, die skandierenden Aktivist*innen kommen auch gut rüber. Was dann etwas später wieder positiv auffällt, ist, dass Kim ausführlich von ihren Eltern erzählt. Das ist das Private, das ich in der letzten Zeit schmerzlich vermisst habe. Wie die Mädels den vermeintlichen Obdachlosen entwischen lassen, gefällt mir jedoch gar nicht. Das ist zu kurz, zu wenig Action.
Dafür wird das Kino schön beschrieben. Wie die Mädels am nächsten Morgen von Aslan und Peters einbestellt werden, gefällt mir auch ganz gut. Ich habe das Gefühl, die beiden sind deutlich mehr eingebunden als zuletzt. Das kurze Rätseln wegen des Fotos aus den Siebzigern ist auch sehr gelungen, obwohl die Lösung, was es mir den drei Buchstaben auf sich hat, auf der Hand liegt. Dass die Plakate so wertvoll sind, ist eine gekonnte Überraschung. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass der Fall um das alte Kino darauf hinausläuft.
Kurz sieht es so aus, als würden wir auch endlich den versprochenen Grusel kriegen, aber Maries Bedenken werden einfach von den anderen beiden fortgewischt. Dafür ist ein Draht über die Treppe gespannt - ist das DIE Falle im alten Kino? Das mit dem Nachbarn, der früher auch Detektiv war, ist irgendwie süß. Das Gespräch mit dem verwirrten alten Herrn Wichert mag ich auch, er ist irgendwie süß und wie Marie dann mitspielt, ist ganz witzig. Und die Erkenntnis, was Nico angeht, kommt auch überraschend.
Zum Ende hin wird es dann nochmal richtig spannend mit der Verfolgungsjagd. Dass die Mädels allerdings inzwischen in fast jeder Folge eingeschlossen werden, ist nicht so befriedigend. Frau Kramer ist mir leider gar nicht im Gedächtnis geblieben, sodass ich von ihr als Täterin weder überrascht noch nicht überrascht bin. Dass tatsächlich mal eine Waffe gezogen wird, macht die Sache aber total spannend. Leider wird sie dann als Spielzeug enttarnt, das ist dann doch enttäuschend. Dass Frau Kramer plötzlich Reue zeigt, passt auch nicht.
Insgesamt ist die Folge sehr gut, aber sie hat auch ihre Schwächen. Zum Einen kommt anders als im Klappentext angedeutet gar keine Gruselstimmung auf. Zum anderen sind die Verdächtigen alle so blass, dass man gar nicht miträtseln kann. Auf der anderen Seite macht die Folge aber einfach Spaß, es hat deutlich mehr Privates Platt und die Atmosphäre stimmt einfach. Acht Punkte sind irgendwie zu wenig, neun aber zu viel. Ich entscheide mich dennoch für die acht Punkte.
Fazit: 8 von 10 Punkten
__________________ Ich möchte bitte in Zukunft mit den Pronomen dey/denen angesprochen werden:
Beispielsätze:
Dey hat das Telefon abgehoben.
Ist das deren Hund?
Ich bin denen erst kürzlich begegnet.
Ich verstehe dey so gut.
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