Bibi Blocksberg 078 – und Elea Eluanda
Alte Bewertung: 9 Punkte
„Meine Tante kann das auch. Wenn der Fernseher kaputt ist, tritt sie mal kurz dagegen und schon geht er wieder.“
„Das hat sie wahrscheinlich an ihrem Mann geübt, nicht wahr?“
Ich habe gerade mal geschaut und bin ein bisschen erschrocken, erstmals gehört habe ich die Folge bereits 2018, erst fünf Jahre später lief Elea bei mir an (und das, wie wir ja wissen, auch nicht von mir aus

). Wenn man diesen zeitlichen Abstand betrachtet, scheinen die 9 Punkte von damals enorm hochgegriffen, weil die Folge das Interesse an der Serie ja offensichtlich nicht befeuert hat. Dass ich damals nicht danach lechzte, die Serie kennenzulernen, lag aber vor allem an Ezechiel, der mir 2018 noch fürchterlich auf die Nerven ging und den ich nicht in einer Hauptrolle hören wollte. Ich bin gespannt, ob ich die Folge heute „anders“ höre als damals, nachdem ich die Serie ja nun kenne.
Gleich am Anfang gibt es schon einen Fauxpas – laut Bibi werden Weihnachtsgeschenke nicht gehext, aber Barbara fragt nach ihren Socken, die Bibi ihr zu Weihnachten gehext hat.
Ansonsten ist der Anfang aber sehr cool, wie Blocksbergs im Reisestress sind. Sehr geil, wie Bernhard seine Schuhe in der Tiefkühltruhe sucht – und findet
Ich weiß nicht wieso, aber ich finde Karla in Eleas Welt irgendwie deplatziert. Sie passt für mich nicht richtig rein und ich hätte es hier stimmiger gefunden, sie nicht dabeizuhaben.
Dass die Vierte Welt Hexbücher verkauft, verwundert irgendwie. Die sind frei verkäuflich?
Dass Altenberg eine beliebte Region zum Skifahren ist, sodass man dort auch an Ostern noch Skifahren kann, wird nach meiner Erinnerung in der Serie nie wieder erwähnt. Das ist schon sonderbar, dass man ausgerechnet ein nicht-serientypisches Szenario für das Crossover ausgewählt hat, vor allem, weil die Geschichte ja betont an Ostern spielt und nicht im Winter.
Im Buchladen wird dann auch immer deutlicher, dass die Einführung von Elea hier bestensfalls eine Beta-Version ist. Die Sprecherin stimmt zwar bereits und Zechy redet auch Arambolisch, aber Elea war noch nie in Arambolien. Die Folge muss ja eigentlich nach dem zweiten Kinofilm spielen, in dem sich Bibi und Elea kennenlernen (unglücklich, dass diese Folge nie in die reguläre Serie eingereiht wurde) und wenn ich mich richtig erinnere, dann gibt es dort Berührungspunkte mit Arambolien, Elea trifft doch sogar ihre toten Eltern dort – hier aber wiederum hält Elea Arambolien für eine Erfindung von Zechy.
Ein weiterer Punkt, den man später in der Serie änderte: Zechy hat hier noch seine ursprüngliche Rolle als Tröstereule und Elea lässt das gerne zu. In der Serie ist das nur noch seine Bezeichnung und er dient primär als Verbindung nach Arambolien – und Elea reagiert meistens eher patzig auf seine Trösterversuche. Die Folge erklärt auch nicht, wie Elea zu Zechy kam.
Wenigstens Eleas Charaktertiefe ist ziemlich gut getroffen, sie kann bei unangenehmen Themen ja sehr patzig werden, so auch beim Thema Krankenhaus und Skifahren. Es gefällt mir sehr, wie Bibi sie mit ihrer frechen und direkten Art aus ihrer leichten Lethargie holt.
Aufhorchen lässt mich, dass Zechy sagt: „Bald werdet Ihr dort Königin!“ – Entweder hat die Regie hier gepennt oder man hatte in der Serie etwas vor, was nie passiert ist…
Die Szene am Skilift ist sehr lebhaft umgesetzt worden. Sicherlich ist es etwas gewollt, dass Elea gleich mit ihrer Behinderung konfrontiert wird, die Serie ist da ja leider ähnlich plakativ, aber ich verstehe, wieso man das eingebaut hat.
Durch Bibis Anwesenheit und weil sie den Altenbergern direkt zeigt, dass sie eine Hexe ist, verliert die Regel, dass Zechy in der Öffentlichkeit nicht reden soll, ein wenig den Sinn. Bibi könnte ihn ja auch gehext haben.
Zechy hat sich in der Serie bezüglich der Trösterlieder auch eher zurückentwickelt, da kennt er dann nur noch „Tröstiii, Tröstaaa, Ezechiel ist daaa“, hier ist er etwas kreativer
Natürlich will es die Serienlogik so, dass Bibi nicht daraus lernt, wenn sie alte Hexsprüche anwendet, von denen sie keine Ahnung hat (ist das jemals gutgegangen?), aber es ist ja doch schon etwas abgenutzt und dass Bibi so gar keine Bedenken hat und sofort handeln muss… na ja.
Aber ich mag die Szene in der Buchhandlung total, wie Bernhard nach einem Kudelnochbuch sucht
Dass Zechy Bibi wegen ihrer Hexenkünste nicht so mag, gefällt mir, man macht ja auch ein bisschen was draus, indem Zechy beleidigt abzieht, bevor der Unfall passiert, so für ungefähr fünf Sekunden – mehr wäre für ein Bibi-Hörspiel wohl zu krass
Die Minuten nach dem Unfall sind definitiv die stärksten Momente der Folge, Bibi ist geschwächt, Elea kann nicht ohne Einschränkung helfen und die Schneekanonen spucken immer noch Schnee. Dass Elea hier die Heldin sein darf, ist einfach perfekt. Das Gespräch am Feuer zwischen Bibi und Elea ist wunderbar atmosphärisch und 1A gespielt.
Auch wie sich Barbara, Bernhard, Tante Lissy und Karla auf die Suche machen, ist gelungen, wenn auch recht kurz gefasst. Was Karla betrifft, hat sich mein erster Eindruck bestätigt: Sie wirkt hier deplatziert, weil sie für die Geschichte überhaupt keine Rolle spielt. Es scheint eher so, als müsste sie unbedingt dabei sein, weil sie es sonst bei klassischen Bibi-Geschichten, die sich nicht primär um die Junghexen drehen, auch ist, aber es wird nichts aus ihrer Anwesenheit gemacht.
Dass Elea nicht Erste wird, sondern Zweite und Bibi nur Vierte wird, ist ein großartiger Abschluss.
Wie wird eigentlich der Folgenverweis auf den Elefantengott gerechtfertigt? Durch das Ende, in dem der Erzähler sagt, dass man in Eleas Serie mehr von ihr hören kann? Finde ich ja sehr dünn, auf die Folge direkt verweist das nicht. Ist für mich eher so ein Verweis Marke „Kennt ihr schon diese und jene Geschichte?“ – und eigentlich sogar noch weniger, da nicht mal eine Geschichte konkret genannt wird. Witzig übrigens, dass bei Eleas Eltern in der Info-Box einmal Mischnik und einmal Eluanda steht
Wie man die Folge bewertet, hängt wohl davon ab, in welchem Kontext man sie sehen will. Denn genau genommen funktioniert sie weder als Standalone-Folge, noch als Appetizer für die Elea-Serie tadellos.
Sie steht schlecht für sich allein, weil Arambolien ständig angeteasert wird, für die Story aber letztlich gar keine Rolle spielt. Wer nicht weiß, dass Elea ein Spin-off bekommen hat, wird sich zu Recht fragen, was diese ständigen Anspielungen sollen, denn man lernt Arambolien gar nicht kennen und somit ist auch der Titel der Folge eher Clickbait, weil Elea in der Folge nie zu Elea Eluanda wird.
Sie funktioniert auch nicht im Serienkontext, da sie den Ereignissen im zweiten Kinofilm widerspricht und viele Dinge Erwähnung finden, die in der Serie anders sind oder gar keine Rolle mehr spielen.
De facto ein ziemlich schlecht durchdachtes Crossover. Laut Forum erschien die Folge auch vor dem Bibi-Kinofilm mit Elea und vor der ersten Elea-Folge, somit ist die Frage des Erzählers, ob man Elea nicht kennt, relativ sinnfrei, denn damals konnte man Elea noch gar nicht kennen.
Blendet man die vielen Ungereimtheiten aus, bleibt eine sehr schön erzählte Geschichte mit top Atmosphäre, im Gedächtnis klebenbleibenden neuen Figuren (die Basis für ein gutes Spin-off!), einer Story, die sogar dramatische Züge annimmt und die sehr liebevoll erzählt wird. Daher kann ich hier ruhig die alte Wertung bestätigen und um Benjamin zu schlagen, reicht es sowieso.
9/10
Benjamin 42:36 Bibi