Spaghetti im Benzintank oder Die Erpresserjagd
In die Zoohandlung wird eingebrochen und die Aquarien zerstört. Wer kann dafür verantwortlich sein? Die Pizza-Bande versucht, den gemeinen Erpresser zu finden, und hat auch schon bald einen Verdacht...
Achtung, Spoiler!
Diese Folge spielt zur Abwechslung mal wieder komplett in der Stadt Sommerberg und ist thematisch auch wieder näher an der ersten Folge, in der es auch um Erpressung ging. Die Geschichte wird allerdings im Vergleich geradliniger erzählt: Die Pizza-Bande verdächtigt Herrn Friedlich, den Tommi öfters vor der Zoohandlung gesehen hat (Warum er sich dort aufgehalten hat, wird bis zum Ende nicht aufgeklärt) und beschatten ihn, wobei sich der alte Mann sehr eigenartig verhält. Das erinnert an frühe Folgen von TKKG und Fünf Freunde.
Die Geschichte hat dabei durchaus auch ein paar gruselige Szenen, besonders im Haus von Herrn Friedlich mit der Falltür, dem Skelett und der an der Decke hängenden Schaufensterpuppe. Die Begründung finde ich zwar etwas weit hergeholt (Nur weil man früher Zauberer war, lässt man sich doch keine Falltür ins Haus einbauen!), aber gut - Kinderhörspiel halt.
Nach der Erpressung an der Keksfabrik hilft den Kindern Kommissar Zufall, als Schräubchen den Erpressern zufällig begegnet und ein verräterisches Gespräch mitanhört. So wird die Spannung aufrecht erhalten und zudem werden der Höhrerschaft die wahren Täter präsentiert. Schräubchens Verfolgungsjagd hätte ich aber eigentlich ganz gern gehört. Eine verpasste Chance für eine Actionszene.
Das Finale ist wild! Herr Friedlich vollführt einen unnötigen Taschenspielertrick mit den titelgebenden Spaghetti im Benzintank, um die Erpresser abzulenken, so dass sich die Kinder mit Chloroform getränkten Lappen (!) auf die beiden Erwachsenen stürzen und sie fesseln können.

Das ist gefährliche Körperverletzung, die unsere "Helden" da machen! Und zum Ende "schießt" Herr Friedlich auch noch grundlos mit seiner Pistole, bei der es sich scheinbar um eine Leuchtpistole oder Schreckschusspistole handelt? So wirklich klar wird es nicht, aber es wird von "Leuchten" und "Lauter bunte Kugeln" gesprochen. Vollkommen unnötig und unangebracht.
Die Sprechleistung ist gut bis sehr gut. Mit Franz-Josef Steffens und Sascha Draeger hat man hier aber auch wirklich gute Sprecher dabei.
Das Cover zeigt eine Szene, die so nicht im Hörspiel vorkommt: Schräubchen und Tommi sind in der Innenstadt unterwegs und hinter ihnen kommt ein Motorrad um die Ecke, auf dem zwei Menschen mit Lederjacke und Motorradhelm sitzen.
Die Bildkomposition finde ich ganz gut, wobei die Perspektive wieder ein kleines bisschen schwammig ist. Durch das Cover wird allerdings auch schnell klar, dass Herr Friedlich wahrscheinlich nicht (oder zumindest nicht allein) hinter der Erpressung steckt, sondern die Motorradfahrer eine wichtige Rolle spielen.
Fazit:
Die Folge ist eine typische Jugenddetektivgeschichte, mit einem Verbrechen am Anfang und der anschließenden Suche nach den Tätern. Dass dabei Tiere ums Leben kommen, ist schon etwas heftiger, als man es aus anderen Serien kennt. Die Detektivarbeit, die hier wirklich den Großteil der Folge ausmacht, ist gut dargestellt und mit den leicht gruseligen Szenen im Haus des Herrn Friedlich kommt noch ein neuer Aspekt dazu. Das Ende ist wild und will in meinen Augen nicht wirklich zum vorherigen Geschehen passen und stellt die "Helden" zudem in ein seltsames Licht. Wäre das Ende nicht ganz so abgedreht, hätte es vielleicht noch einen Punkt mehr gegeben.
6 von 10 Punkten