Tue mich hier mit der Bewertung sehr schwer.
Denn einerseits macht das Label hier auf den ersten Blick nichts verkehrt. Verkehrserziehung ist wichtig, besonders für die Zielgruppe. Ich bin mir sicher, dass viele Kinder hier noch was mitnehmen können.
Auf der anderen Seite haben eigentlich alle drei Geschichten nahezu null Unterhaltungswert. Wenn ich da an Benjamin Blümchen und die Verkehrsschule denke - das sind Welten. Oder mein Lieblingshörspiel in dieser Kategorie „Zur Schule - aber sicher“ mit dem wissbegierigen Außerirdischen Fredi, dessen „Ampelsong“ ich heute noch mitsingen kann.
Hier wird eben wieder besonders deutlich, dass die Kiddinx-Autoren von heute nicht im Ansatz die Klasse von Donnelly und Herzog haben, die den Kindern nicht nur stumpf wie in der Schule etwas beibringen wollten, sondern Geschichten mit Herz, Witz, Charme und Unterhaltungswert erzählt haben, in die das Wissen gut eingebettet war. Teilweise gelang das so gut, dass die ganze Familie was davon hatte.
Das trifft hier einfach nicht mehr zu. Man hätte auch „StVo für Kinder, inszenierte Lesung mit Susanna Bonaséwicz“ draufschreiben können. Einzig die dritte Geschichte bietet noch ein Minimum an Handlung, die man vielleicht nicht innerhalb von einer halben Stunde mühelos runtergeschrieben hat. Der Rest ist keine Kunst.
Ärgerlich ist auch, dass selbst dermaßen dünne Storys noch fehlerbehaftet sind und Frau Müller-Riebensehl plötzlich für Zweitklässler Verkehrserziehung macht. Auch dass der Bürgermeister wieder als Volldepp vom Dienst herhalten muss, der sich von den Kindern belehren lässt, nervt mich doch ein wenig. Auch da war man früher besser.
Wenn ich nach meinem persönlichen Geschmack urteile, dann kommen hier pro Story kaum mehr als 2 Punkte heraus. Ist nur die Frage, ob das „fair“ ist. Vielleicht könnte man derlei Sachen, in denen es 0,0 darum geht, eine Geschichte zu erzählen, einfach in ein neues Format auslagern, in Richtung „Finds raus mit Benjamin“. Davon hätten alle was