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Mikosch373
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Hörspiel des Jahres 2017: Coldhaven

Ein Artikel aus dem Internet:


Hörspiel des Jahres 2017: Coldhaven

„Coldhaven“ ist ein fiktives schottisches Küstendorf, das noch immer im Bann des geheimnisvollen Verschwindens von Carey steht. Die Leiche des jungen Mädchens wurde bisher nicht gefunden. Sie war fünfzehn und wurde zuletzt mit dem 17-jährigen Martin Wilson gesehen, mit dem sie in den Marschen spazieren ging Eine polizeiliche Untersuchung entlastete den jungen Mann.
Das geschah vor mehr als einem Jahr. Die Geschichte des Dorfes und des Mädchens erzählt Burnside aus der Perspektive verschiedener Dorfbewohner. Dabei kommen zu Wort: der Geist von Martin, sein Bruder Paul, seine Mutter Agnes und der Postbote John, der glaubt um den Tathergang zu wissen, sowie die ehemalige Stadtbibliothekarin Agnes und ein Erzähler, der zugleich die Vermutungen der Dorfgemeinschaft über das angebliche Verbrechen spiegelt.

Mit seinem neuen Hörspiel hat John Burnside in gewissem Sinne eine geheimnisvolle Kriminalgeschichte geschrieben. Bei Krimis soll man in der Regel nichts verraten. Aber „Coldhaven“ erschließt sich nicht alleine über die Handlung. Das Stück ist der seltene Fall eines poetischen Spiels für Stimmen, eines Lang-Gedichtes als Originalhörspiel.

Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste wählte die SWR-Produktion "Coldhaven" zum Hörspiel des Jahres 2017

Die Begründung der Jury:
John Burnside, der berühmteste lebende Dichter Schottlands, hat für sein Originalhörspiel das Dorf Coldhaven erfunden, in dem zwei Jugendliche sterben. Die schottische Märchen- und Sagenwelt ist in diesem Ort so lebendig, dass die Erklärung dieser Todesfälle nur über die Aussagen einiger Bewohner zu ermitteln ist, die Hexen, Zaubersprüche, Feen, Engel und die Seelen der Toten ins Spiel bringen, aber auch soziale Vorurteile. Die mögen manchmal bestätigt werden oder auch nicht; sie tragen nichts zur Gewissheit über Gut und Böse bei.
Die nicht-chronologische Rekonstruktion des Geschehens, über die ein dichtes und beziehungsreiches Geflecht aus Natur-beschreibung, knapper psychologischer Zeichnung der Charaktere und mythologischen Motive gelegt ist, hinterlässt bei aller Aufklärung einen beträchtlichen Rest unaufklärbaren Geschehens, der durch die inneren Monologe der beteiligten Personen an sozialer Relevanz gewinnt, aber an der Wahrheitsfindung vorbeiführt. Das Spiel mit repetitiv eingesetzten Samples macht die Natur zu einer beschränkten Ansammlung von Versatzstücken, denen nicht zu trauen ist, freilich auch nicht dem Übernatürlichen, das in den Köpfen überlebt und eine schauerliche Realität erzeugt.
„Coldhaven“ wird von einer poetischen, berührenden Sprache getragen und ist mit der prägnanten Klanggestaltung Klaus Buhlerts auf konzise Weise als ungewöhnliches Hörerlebnis realisiert.

John Burnside, geboren 1955 in Schottland, gilt als einer der renommiertesten und vielfach ausgezeichneten Romanciers und Dichter der britischen Gegenwartsliteratur. In Deutschland wurde er mit seinen Romanen "Helle Sommernächte" und vor allem "Lügen über meinen Vater" von 2011 bekannt, dessen Fortsetzung „“Wie alle anderen“ 2016 zur Frankfurter Buchmesse erschien. 2016 wurde auch auf Deutsch ein Auswahlband seiner Gedichte unter dem Titel „Anweisungen für eine Himmelsbestattung“ veröffentlicht, der endlich den Blick auf Burnsides außergewöhnliches dichterisches Werk erlaubt. Für den SWR schreibt er auch Hörspiele.

Die Rollen und ihre Sprecher:
Erzähler: Felix Goeser
John the Post: Johannes Silberschneider
Agnes: Corinna Harfouch
Fiona: Astrid Meyerfeldt
Martins Geist: Christopher Heisler
Paul: Moritz Kienemann
sowie die Another Plus Band

Aus dem Englischen von Klaus Buhlert und Bernhard Robben
Ton und Technik: Martin Vögele und Anke Schlipf
Regieassistenz: Kathrin Herm
Komposition und Regie: Klaus Buhlert
Produktion: Südwestrundfunk 2017


Quelle: swr.de (https://www.swr.de/swr2/programm/sendung...kmzz/index.html)
08.02.2018 20:51
08.02.2018 20:52

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